Auch die Mittelstufe erhält im Rahmen der beiden jährlichen UmWeltMorgen die Möglichkeit, Landwirtschaft aus nächster Nähe kennenzulernen. Der bisherige Morgen fand auf dem Biohof Seebeli in Wienacht-Tobel statt, der nach dem Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft betrieben wird.
Der Boden als Grundlage allen Lebens
Ein Schwerpunkt der Besuche liegt – im wahrsten Sinne des Wortes – auf dem Boden. In kleinen theoretischen Inputs lernen die SchülerInnen, warum gesunder Boden für Pflanzen, Tiere und Menschen unverzichtbar ist. Begriffe wie Bodenaufbau, Humus oder Bodenlebewesen werden nicht nur erklärt, sondern direkt vor Ort erfahrbar gemacht und so wird aus einem ekligen Wurm ein wertvoller Bodenmitarbeiter.
Mit einfachen Experimenten untersuchen die Klassen zum Beispiel die Beschaffenheit, Wasserspeicherfähigkeit oder Filterfunktion des Bodens. So wird sichtbar, dass Boden kein „totes Material“, sondern ein lebendiges System ist.
Arbeit hinter dem Gemüse erfahren
Im Sinne der Solidarischen Landwirtschaft werden die Kinder selbst aktiv. Sie helfen beim Schichten von Kompost, lernen geeignete Materialien kennen und verstehen, warum betriebseigener Kompost auf dem Hof Seebeli eine zentrale Rolle spielt. So wird der Kreislauf von Pflanzenresten, Bodenleben und neuem Wachstum konkret erfahrbar.
Auch auf dem Feld packen die Klassen mit an: Beete werden aufgeräumt, Gemüse geerntet und einfache Pflegearbeiten übernommen. Die SchülerInnen erleben, dass der Anbau von Lebensmitteln mit kontinuierlicher Arbeit verbunden ist – und dass Ernteerfolge von Wetter, Jahreszeit und gemeinsamer Verantwortung abhängen.
Solidarische Landwirtschaft begreifen
Im Austausch mit den Verantwortlichen des Hofes erfahren die Kinder, wie Solidarische Landwirtschaft funktioniert: Haushalte abonnieren eine wöchentliche Gemüsetasche – es sind zurzeit noch Abos frei – und helfen einige Stunden bei der Arbeit mit. Sie tragen gemeinsam die Kosten des Betriebs und erhalten dafür einen Anteil der Ernte. Erträge und Risiken werden geteilt – genauso wie die Verantwortung für Boden, Pflanzen und Umwelt.
Bildung über den Acker hinaus
Der Besuch auf dem Hof Seebeli verbinden zusammen mit der Vorbereitung und Vertiefung im Klassenzimmer Umweltbildung, Ernährung und soziales Lernen. Sie fördern die Wertschätzung für regionale Landwirtschaft und zeigen auf, dass nachhaltige Lebensmittelproduktion auf gesunden Böden und solidarischen Strukturen beruht. So werden Kinder nicht nur für den Moment sensibilisiert, sondern erhalten Impulse, die über den Hofbesuch hinauswirken – vom Verständnis für den Boden bis zur Frage, wie unsere Ernährung in Zukunft gestaltet werden kann.


